Weltmarktführer für B2B-Integrationsdienstleistungen

Die Herausforderungen

Die B2B Integration

Wie funktioniert das? Wie nutzt man es in der Praxis? Die Herausforderungen Die Auswirkungen

Weniger als 50% aller Interaktionsvorgänge zwischen Geschäftspartnern laufen elektronisch ab. Während Daten zwischen Computern innerhalb eines Unternehmens mit hoher Geschwindigkeit übertragen werden, ist der Informationsfluss zwischen den Firewalls von Geschäftspartnern oft eine zähe Angelegenheit. Wenn Daten die Unternehmensgrenzen erreichen, müssen sie von einem digitalen in ein analoges Format umwandelt werden, daInformationen zwischen Geschäftspartnern oft per Post, Fax, Telefon oder E-Mail ausgetauscht werden. Manchmal ist der Prozess halbautomatisch – wenn Mitarbeiter Daten in eine Website eingeben.

Auf der Gegenseite muss der Empfänger die Daten vom analogen wieder ins digitale Format umwandeln. Dazu ist es meist notwendig, die Daten manuell in die eigenen Programme des Unternehmens einzugeben. Die Ineffizienz dieser durch mangelnde Automatisierung bedingten Vorgänge beeinträchtigt die Produktivität weltweit enorm. Viele Fachleute betrachten den geschäftlichen Informationsaustausch zwischen Unternehmen – den „Business-to-Business“ – Datenverkehr (B2B) – als weltweit ineffizient.

Die B2B-Integration und ihre Selbstauflösung

Große Unternehmen in der Luftfahrt-, Automobil-, Hightech- oder Fertigungsindustrie kaufen jedes Jahr Waren im Wert von Billionen von Euro. Meist handelt es sich dabei um Rohstoffe, Komponenten, Bauteile oder fertige Erzeugnisse, die in den Montagehallen dieser Unternehmen verbaut werden. Ein Produktionsunternehmen mit einem Jahresumsatz von ca. 5 Mrd. Euro verschickt oft gut und gerne mehrere Hunderttausend Bestellungen pro Kalenderjahr.

B2B-Integration – Die Herausforderung

In den letzten 20 Jahren haben Hunderte von Technologieanbietern versucht, mit innovativen Konzepten die alten Gewohnheiten aufzubrechen und die Barrieren für den elektronischen B2B-Geschäftsverkehr niederzureißen. Während der Dotcom-Ära wurden Milliarden an Risikokapital in Unternehmensneugründungen investiert, deren Ziel die B2B-Integration und der E-Commerce waren. Diese Investitionen kamen nicht nur aus dem Silicon Valley, sondern auch von Großkonzernen. In den letzten beiden Jahrzehnten haben über 60% der Fortune-50-Unternehmen direkt in Firmen investiert, die B2B-E-Commerce-Technologien entwickeln. Doch der größte Teil dieser Investitionen hat die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt.

Es lohnt sich, hier einige statistische Betrachtungen anzustellen:

Einzelhandel: Der britische Einzelhandel hat eine der technisch fortschrittlichsten Belieferungsketten der Welt. Die B2B-Integration ist hier weit fortgeschritten. Die in den 1970er Jahren eingeführten EDI-Standards sind von allen großen Einzelhandelsketten übernommen worden. Eine neue GS1-Studie im Vereinigten Königreich ergab, dass 87% aller Bestellungen und 84% aller elektronischen Rechnungen heute per EDI übermittelt werden. Doch es gibt noch viel zu tun. Nur für 38% aller Warenlieferungen wird eine elektronische Versandmitteilung ausgegeben.

Automobilindustrie: Auch die europäische Automobilindustrie hat sich B2B-Technologien für ihre Belieferungskette bereits sehr weitgehend zu Eigen gemacht. Allerdings erhalten nur 40% der Autozulieferer Lieferanweisungen und -prognosen über die in den 1970ern eingeführten EDI-Technologien. Und noch weniger – unter 30% – erhalten Bestellungen und Rechnungen auf elektronischem Wege. Der restliche Datenaustausch erfolgt halbautomatisch (analog), d. h. per Webportal, E-Mail oder Fax.

Finanzdienstleistungen: Die amerikanische Wertpapierbranche gehörte zu den Pionieren von B2B-Integrationsstandards wie FIX und SWIFT, die deshalb seit einigen Jahrzehnten im Wertpapierhandel in Gebrauch sind. Der größte Teil des Anleihe-, Hedgefonds- und Derivatehandels ist jedoch noch nicht automatisiert. Noch immer werden Informationen zwischen Anlageverwaltern, Händlern, Depotbanken und Einlagenkreditinstituten per Fax, E-Mail und Telefon ausgetauscht.

Dienstleistungsbranche: 2001 verabschiedete die Europäische Union ihre erste Richtlinie zur Regelung der elektronischen Fakturierung. Die EU-Vorschriften für die Angaben auf Rechnungen als Basis für die Abführung der Umsatzsteuer sind streng. Dennoch werden mehr als zehn Jahre nach der Verabschiedung der Richtlinie kaum 10% aller Rechnungen in der EU in elektronischer Form übermittelt. Zwar haben der Einzelhandel und die Fertigungsbranche eine relativ hohe Akzeptanzquote in ihren Beschaffungsketten erreicht, jedoch ist die Akzeptanz im öffentlichen Sektor und in der Dienstleistungsbranche nach wie vor sehr gering.

Was ist an der B2B-Integration so schwer? Auf diese Frage gibt es mehrere Antworten – technische und betriebswirtschaftliche.

Technologische Herausforderungen: Jedes Unternehmen verwendet andere Geschäftsanwendungen

Der Zweck der B2B-Integration besteht darin, zu übermittelnde Daten direkt aus den Systemen des einen Unternehmens heraus in die Systeme des anderen Unternehmens zu übertragen. Wenn alle Unternehmen die gleichen Business-Anwendungen verwenden würden, wäre das ziemlich einfach zu bewerkstelligen. Das ist aber nicht der Fall. viele verschiedene Anbieter – SAP, Oracle, IBM, Infor, Microsoft, JDA, QAD, SunGard, Sage und Intuit, um nur einige zu nennen –, sondern jeder dieser Anbieter verkauft viele verschiedene Anwendungen.

Wie hoch ist unter diesen Umständen die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Unternehmen, die Daten miteinander austauschen möchten, hinter ihren Firewalls die gleichen Softwareprogramme ausführen? Ziemlich gering. Meist ist daher die Datenquelle nicht direkt mit dem Datenziel vereinbar.

Angenommen, ein großes Unternehmen nutzt SAP und schickt eine Bestellung an ein kleineres Unternehmen, welches Intuit QuickBooks ausführt. Die Datenfelder in der SAP-Bestellung müssen in ein Austauschdokument exportiert werden, das in der SAP-Welt „Intermediate Document“ (IDoc) heißt. Dann müssen die Datenfelder des IDoc-Dokuments den entsprechenden Feldern im nativen Format der QuickBooks-Anwendung QXML zugeordnet werden (sogenanntes “Mapping”). Dieser Mapping-Prozess ist zwar nicht schwierig, aber zeitaufwendig und fehleranfällig.

B2B-Integration – die technologischen Herausforderungen

Angenommen, das große Unternehmen hat 1000 Lieferanten, an die elektronische Bestellungen versandt werden müssen. Um seinen Geschäftsdatenverkehr elektronisch ausführen zu können, muss das Unternehmen das Format seiner SAP-Software den 1000 verschiedenen Systemen seiner Lieferanten zuordnen. Ein äußerst teurer, zeitraubender Vorgang. Aus diesen Gründen hat sich die Wirtschaft entschlossen, Standards einzuführen. Ein gemeinsamer Standard würde bedeuten, dass jedes Unternehmen einfach seine Ausgabedaten einem einzigen, gemeinsamen XML-Format zuordnen könnte. Der Zeit- und Kostenaufwand der Integration wäre deutlich geringer.

Aber leider gibt es zu viele Standards
Der erste war der Ende der 1960er Jahre eingeführte “Electronic Data Interchange” (EDI). Als universeller Standard war EDI sehr erfolgreich und wurde von zahlreichen Branchen aufgegriffen – von der Versicherungswirtschaft und den Banken über das Gesundheitswesen bis zu Transport, Fertigung und Einzelhandel. Allerdings schuf jedes größere Land eine eigene EDI-Version – das amerikanische Standards Institute (ANSI) in den USA, Tradacoms in Großbritannien, GENCOD in Frankreich, der VDA in Deutschland, das EAIJ in Japan.

Als die Bereitschaft zur Globalisierung Ende der 90er Jahre zur Erfolgsvoraussetzung wurde, setzten sich Vertreter verschiedener Branchen zusammen, um weltweite Standards zu schaffen und die von den unterschiedlichen EDI-Standards herrührenden Barrieren zu beseitigen. Diese Organisationen wollten über dies künftig eine flexiblere, modernere Technologie auf der Basis von XML für die neuen Standards nutzen. So wurden neue XML-Standards entwickelt – viele Standards. RosettaNet XML für Hochtechnologie, SPEC 2000 für die Luftfahrt, CIDX für die chemische Industrie, PIDX für Erdöl und Erdgas, um nur eine Handvoll zu nennen. Heute sind über 100 XML-basierte Standards für die B2B-Integration in Gebrauch. Viele gelten für einen bestimmten Geschäftsprozess oder eine spezialisierte Gruppe von Unternehmen innerhalb einer Branche.

Manche Unternehmen nutzen die neueren XML-Standards, andere setzen auf ältere Standards wie EDI. Wer branchenspezifische Standards wie RosettaNet verwendet, muss bei der Anbindung an Unternehmen außerhalb der eigenen Branche mit Schwierigkeiten rechnen, da diese Unternehmen wiederum andere XML-Versionen verwenden, wie z. B. SPEC 2000.

Unternehmerische Herausforderungen: Tausende von Entscheidern müssen der Teilnahme zustimmen

Für die Akzeptanz von B2B-Integrationsbestrebungen gelten ganz andere Regeln als für die Akzeptanz einer neuen Technologie innerhalb eines Unternehmens. Ein Beispiel: Angenommen, der CIO eines Fortune-Global-500-Unternehmens entscheidet, dass das gesamte Unternehmen ab sofort nur noch Windows als PC-Plattform verwendet. Dazu braucht er lediglich die Zustimmung einer Handvoll Führungskräfte einzuholen,dann kann er die Belegschaft mit der Umsetzung seiner Entscheidung beauftragen. Da alle Mitarbeiter der IT-Abteilung dem CIO unterstellt sind, haben sie überhaupt keine andere Wahl, als sich der Entscheidung zu fügen. Vielleicht legen sich ein paar Mac-Nutzer quer und versuchen, die Umstellung hinauszuzögern. Aber sie müssen alle am Ende den PC akzeptieren, denn sie unterstehen alle dem CEO, der sich seinerseits für den Plan ausgesprochen hat. Der Akzeptanzprozess für neue Technologien sieht ganz anders aus, wenn er sich außerhalb der „vier Wände“ eines Einzelunternehmens abspielt.

B2B-Integration – die unternehmerischen Herausforderungen

Im B2B-Umfeld muss ein Unternehmen seine Geschäftspartner von den Vorteilen der neuen Technologie überzeugen. Die Top-50-Unternehmen der Welt haben aufgrund ihrer Marktmacht, d. h. ihrer Kaufkraft von etlichen Milliarden Dollar, sehr viel Einfluss auf ihre Geschäftspartner. Diese Großkonzerne sind am erfolgreichsten, wenn es darum geht, ihre Geschäftspartner zur Teilnahme an B2B-Integrationsprogrammen zu überreden.

Aber was geschieht, wenn ein Unternehmen, welches nicht zu den 50 größten der Welt gehört, eine B2B-E-Commerce-Initiative startet? Größere Geschäftspartner, die bereits B2B-Integrationsverfahren anwenden, sind in der Regel rasch dabei. Die übrigen 80% der Geschäftspartner-Community – die mittelständischen Unternehmen – brauchen unter Umständen Jahre, um sich anzuschließen.

Für kleinere Unternehmen ist die B2B-Anbindung schwieriger
Die meisten Unternehmen der Welt gehören dem Mittelstand an. In Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Fertigung ist das Verhältnis zwischen mittelständischen und großen Unternehmen 1000 zu 1. Diese kleineren Firmen verfügen in der Regel nicht über die Budgetmittel, die Ressourcen und das Know-how, um anspruchsvolle B2B-Technologien wie EDI und XML einführen zu können. Sie müssten spezielle Integrationssoftware anschaffen, um B2B-E-Commerce-fähig zu werden. Darüber hinaus müssen sie oft Fachleute mit B2B-Kenntnissen beauftragen oder ihre IT-Fachkräfte zu entsprechenden Schulungen schicken. Aus diesen Gründen ist die Akzeptanz unter kleineren Unternehmen eher gering.

Während Technologieinitiativen innerhalb eines Unternehmens meist innerhalb von Monaten oder höchstens ein paar Jahren abgewickelt werden, brauchen B2B-E-Commerce-Programme Jahrzehnte. Wenn Sie herausfinden möchten, wie lange es dauert, bis ein B2B-Programm akzeptiert wird, verfahren Sie wie folgt: Berechnen Sie zunächst, wie lange es dauern würde, eine Technologie innerhalb eines einzelnen Unternehmens zu etablieren. Multiplizieren Sie diesen Wert mit 10.

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